Trends und Themen

Start-up macht Plastik zur Währung

von Laelia Kaderas

Plastic Bank: Auf Inseln wird Sammeln zur Einkommensquelle

Plastikflasche und anderer Kunststoffmüll vor Meereskulisse
Wo die Müll-Infrastruktur fehlt, ist „Plastic Bank“ aktiv. Foto: © kakuko / pixabay.com

 

Gäbe es Wiesen und Wälder voller Diamanten, aber keine Diamantschleifer, keine Händler, keine Banken, keine Käufer – so wären Diamanten wertlos. Wie Diamanten wollen zwei kanadische Gründer Plastikmüll einen Wert geben.

 

In Unternehmen wie Aldi und Henkel hat ihr Start-up „Plastic Bank“ bereits Verbündete gefunden. Soziale Partner sind Länder mit hoher Armutsquote, denen es an der Infrastruktur für Müllwirtschaft und Recycling mangelt. An Sammelstationen kann jedermann gesammeltes Plastik gegen Geld oder Sozialleistungen tauschen. Wer Kunststoffabfälle abgibt, erhält Nahrungsmittel, medizinische Versorgung, Bildungsangebote oder Strom fürs Smartphone.

Darüber hinaus bietet sich vor allem für Menschen ohne Einnahmen die Chance, mit der Fertigung von 3-D-Produkten aus recyceltem Plastik selbst zu Kleinunternehmern zu werden. Sie werden an 3-D-Druckern geschult, um Alltagswaren wie Schüsseln, Teller oder Eimer aus recyceltem Plastik entweder für sich selbst oder zum Verkauf zu produzieren.

 

Nachfrage mit sozialem Effekt

Geht es nach den Gründern Shaun Frankson und David Katz soll weltweit Nachfrage nach „social plastic“ entstehen – nach Produkten und Verpackungen aus gesammeltem und recyceltem Plastikmüll statt aus neu hergestellten Kunststoffen. Die Nachfrage soll z.B. in Haiti Menschen in die Lage versetzen, Einkommen und Wissen zu generieren  – indem sie Strände, Küsten und Straßen von Plastik befreien.

Die Idee begeistert viele. Über Soziale Netzwerke verbreitet sie sich rasch: Verbraucher fragen nach „social plasic“-Verpackungen, und in vielen Ländern wünscht man sich ebenfalls Sammelstationen. Seit Gründung der Plastic Bank gab es Anfragen aus rund 130 Ländern, so Frankson und Katz – „jede Woche kommen neue“.

 

Wirtschaftsboom und Bevölkerungsanstieg

Aldi Süd und Nord fördern gemeinsam eine Sammelstation auf den Philippinen. Nach Angaben von Aldi Süd gehört „der Inselstaat neben China, Indonesien, Thailand und Vietnam zu den fünf Ländern, die für 55 bis 60 Prozent des weltweiten Plastikmülls verantwortlich sind“. Das Abfallmanagement halte mit dem  Wirtschaftsboom und dem Anstieg der Bevölkerung nicht mit.

Auch Henkel gehört zu den Unterstützern: Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben den an Sammelstationen recycelten Kunststoff in 25.000 Flaschen für seine Wasch- und Reinigungsmittel integriert.

 

Recyceltes Plastik in Europa und USA verwenden

Abnehmer von Social Plastic ist beispielsweise „Eat natural“, „The Ocean Bottle“, „logitec“  und „Lush“. Wenn es auch zur Firmenphilosophie von Lush gehört, ohne Verpackung auszukommen, sind doch einige Produkte wie Pulver in Flaschen abgefüllt – dank der Plastic Bank aber aus recyceltem Material.

Die Facebook-Seite der Plastic Bank hat derzeit fast 1,5 Millionen Likes und fast ebenso viele Abonnenten: https://www.facebook.com/PlasticBank.

Zurück