Trends und Themen
Essig trinken – ahh!
von Laelia Kaderas
Switchel und Shrub: Gesunde Durstlöscher im Trend

Ob Party am Pool oder Sommer auf dem Balkon: Prickelnde Getränke gehören dazu. Nun muss man nicht alle Moden mögen und mitmachen, aber manche Idee aus der hippen Welt bringt selbst den zähesten Trinkmuffel frisch und gesund durch die Hitzemonate.
Reden wir über die Trendgetränke Switchel und Shrub – auch schon nicht mehr der neueste Schrei, aber: gut!
Switchel
Switchel kommt ganz ohne Alkohol aus und stammt ursprünglich aus Nordamerika, wo er vermutlich im 17./18. Jahrhundert als „Swizzle“ getrunken wurde – als prima Durstlöscher nach anstrengender Feldarbeit. Wasser, Apfelessig, Ingwer, dazu etwas Honig oder Ahornsirup – that‘s it! Ein Nebeneffekt: Der Trunk regt Stoffwechsel und Verdauung an, reguliert den Wasserhaushalt im Körper und hilft ihm dabei zu entgiften, reduziert den Blutzuckerspiegel und macht schlicht: satt.
Shrub
Shrub ist die fruchtige Schwester. Das Wort ist dem Arabischen entlehnt und verweist auf Sirup. Sirup ist sei alters her eine wirkungsvolle Methode, Früchte und Beeren zu konservieren. Der Umwandlungsprozess wird beim Sommergetränk „Shrub“ verkürzt, indem Essig zu den Früchten gegeben wird.
Der Vorteil gegenüber reinem Sirup: mehr fruchtige Frische, weniger Süße und weniger Kalorien.
Beide Getränke haben eines gemein: Essig bzw. Apfelessig.
Auch der Shrub braucht nur wenige Zutaten: Früchte, Essig und Zucker. Den Unterschied machen die Wahl der Früchte und das Verhältnis der Zutaten zueinander. Die natürliche Säure des Essigs betont die Fruchtaromen.
Als Basis von Shrubs können übrigens nicht nur Früchte und Beeren, sondern auch Gemüse, Kräuter und Gewürze verwendet werden.
Alkoholfrei, ausgefallen, bio
Alkoholfrei, nicht zu süß, aber mit starken, neuen Geschmacksreizen – das zieht zurzeit, schenkt man man den Trendscouts Glauben. Statt Alkohol: ausgefallene Frucht-Gemüse-Wasser oder Ice-Tees, Craft-Sodas, alkoholfreie Craft-Biere und nicht-alkoholische Spirits. Und, ja, auch die Frage nach natürlicher, ökologischer, nachhaltiger Produktion drängt aus der Nische.
Nordamerika – Europa – Nordamerika
Auf der essig-frischen Welle schwimmt man derzeit nicht nur in Deutschland. Als „zuckerfreies Essig-Kracherl“ bewirbt in Österreich „Wiens einziger Essigbauer“, Erwin Gegenbauer, sein „Tschopperl Wossa“. Es besteht aus hausgemachtem Johannisbeer- oder Himbeeressig und „reinem Wiener Hochquellwasser“ und ist mit Kohlensäure versetzt. In den USA feiern Gegenbauers Trinkessige große Erfolge – und damit kehrt eine Erfindung zurück in das Land der Erfinder.
Apfelessig naturheilkundlich
Weitab von Trend und Mode empfehlen seit je her Naturheilkundler mit Wasser verdünnten Apfelessig als morgendlichen Trunk auf leeren Magen. Viele Menschen schwören auf dessen heilsame, selbstregulierende Kraft:
Zentrum für Gesundheit: Apfelessig
natur & heilen: Gesund und schön mit Apfelessig
Carstens-Stiftung „Natur und Medizin e.V.“
Rezepte
So machen Sie sich den Switchel zu Hause selber:
1 Tasse geschälten und zerkleinerten Ingwer
in
5 - 6 Tassen Wasser
erhitzen und zwei Minuten lang kochen.
Ingwerwasser mit den Ingwerstücken kalt werden lassen.
Derweil
1/2 Tasse Apfelessig
3/4 Tasse Ahornsirup oder Honig o.ä.
oder: Zucker in heißem Ingwerwasser auflösen
2/3 Tasse Zitronensaft
verrühren.
Das abgekühlte Ingwerwasser durch ein Sieb dazugießen.
Wie Sie einen Shrub selber machen, finden Sie beispielsweise hier erklärt:
eatsmarter.de: Shrub selber machen
oder als Buch:
Elisabeth Engler: Essig und Shrubs selbst gemacht | Ecobookstore
Michael Dietsch: Shrubs | Ecobookstore
Wie vielseitig sich Shrubs verwenden lassen, zeigen zwei Shrub- bzw. Essig-Anbieter:
Schusters Spezialitäten: Kochrezepte, Dressings & Desserts mit Shrub!
vomFASS: Sommerliche Erfrischung: hausgemachte Shrubs
Kombucha und Kefir
Ähnlich frisch-säuerliche Getränke lassen sich zu Hause mit Wasser-, Tee- und Milchpilzen wie Kombucha und Kefir herstellen.